voller Einsatz

MBSLK Trophy 2006

Donnerstag, 15. Juni – A5 bei Darmstadt

12:05 Uhr

Für uns beginnt das Abenteuer „Trophy“! Ingrid und ich treffen auf einem Autobahnparkplatz mit anderen Teilnehmern zusammen, um gemeinsam den Austragungsort der mbSLK Trophy 2006 anzusteuern. Unser Ziel liegt bei Freiburg, genauer gesagt ist es das Hotel „Sternen“ direkt an der Ravenna-Schlucht. Wir treffen dort auch Heike & Gerhard, das 2. Drittel unseres Teams, der „Bembel-Gäng“. Das restliche Drittel, Uta & Matthias, werden wir erst im Hotel treffen.

Ach ja – eigentlich sollte es 12 Uhr sein, wir sind leider etwas spät dran. Aber Olli ist ja auch dabei und Olli kommt immer etwas zu spät. Heute ist Olli allerdings pünktlich …

15:15 Uhr

Wir laufen im Konvoi im Hotel ein. Großes Hallo, Begrüßung von Bekannten und ein erstes erfrischendes Weizenbier sind angesagt, denn das Wetter ist prima.

19:00 Uhr

Man trifft sich zum Grillabend vor dem Hotel, dort ist ein BBQ vom Feinsten aufgebaut. Die Teams können sich noch einmal geistig und körperlich stärken , was auch reichlich genutzt wird. Natürlich müssen auch lokale Spezialitäten – wie der „Schwarzwaldteufel“ – eingehend getestet werden. Einen guten Teil des Abends verbringen wir mit dem Film der letzten Trophy, die 2005 auf Rügen stattfand. Für Neulinge wie uns eine gute Gelegenheit, sich auf die kommende Herausforderung einzustellen.

Freitag, 16. Juni – Südschwarzwald

11:30 Uhr

Es ist soweit: Zeit für die Vorbesprechung! Und auch Zeit, ein paar erklärende Worte zur Trophy selbst zu verlieren. Mit „Suchfahrt“ könnte man diese Veranstaltung grob umschreiben – aber das wird der Sache nicht ganz gerecht. Was sich das Orga-Team um Torsten, Heinz und Elli da ausgedacht, vorbereitet und organisiert hat ist einfach gigantisch! 24 Stunden um Aufgaben zu lösen, Orte zu finden, Sonderprüfungen zu bestehen – das ist schon was. 8 Teams à 3 Cabrios hatten sich dafür dieses Jahr an den Start gemacht. „Cabrios“ deshalb, weil auch zwei Teams aus der CC-Fraktion dabei waren.

Torsten erklärt erstmal die Regeln: zuerst werden die Hauptfragebögen ausgegeben. Da sind dann 30 Fragen (mit diversen Teilfragen) drin, die bis Samstag, 16 Uhr zu lösen sind. Zusätzlich gibt es ab Freitag, 21:30 Uhr den Nachtfragebogen mit nochmal 10 Fragen. Der muss am Samstag um 4:30 abgegeben werden, dann gibt es eine Zwangspause bis 9:30, bevor es wieder los geht. Und zwar mit einer Chinesenrallye, einer Guten-Morgen-Aufgabe, dem WM-Spiel – bevor es um 11:15 Uhr wieder auf die Strecke geht …

Also jede Menge Arbeit! Und die Teams müssen zusammen bleiben, was durch Kontrollanrufe und andere Mechanismen überprüft wird. Die Sache ist halt wirklich professionell organisiert.

stöbern im InternetOK, die Bogen liegen nun vor uns und unser Team stürzt sich voller Enthusiasmus auf die Aufgaben. Außer Matthias sind wir alle Neulinge in Sachen Trophy und das merkt man – jeder versucht die Aufgaben zu lösen, wobei es erst einmal das Problem gibt, dass man bei den meisten zuerst den Ort identifizieren muss. Generell steht die Trophy unter dem Motto „Schwarzwaldklinik“ und darauf beziehen sich natürlich viele Aufgaben. So z.B. „Dr. Brinkmann hat Feierabend und fährt nach Hause. Wir nehmen an, dass Dr. Brinkmanns Schlafzimmer der Raum ist, in dem sich seine grüne Holzreisetruhe befindet, auf der die Orte Welleberg und Kyburg abgebildet sind. Wer oder was steht morgens, abends, jederzeit für unseren Doc bereit?“ Dazu musste man wissen, dass das Wohnhaus Dr. Brinkmanns aus der Fernsehserie das Heimatmuseum Hüsli in Grafenhausen-Rothaus am Schluchsee ist. Dort konnte man die Aufgabe leicht lösen. Zu finden sind solche Informationen durch Wissen, Nachfragen oder im Internet – so auch die Frage nach der berühmten männlichen Ente aus Freiburg. Das trifft das Prinzip der Trophy eigentlich ganz gut: eine Mischung aus Recherche, Glück und durch-die-Gegend-fahren. Wobei die Orga schon dafür gesorgt hat, dass es ohne letzteres nicht geht!

13:00 Uhr

Irgendwie hab ich gleich zu Anfang den Überblick verloren! Ich bemühe mich, die diversen Orte der Aufgaben in meinem Routenplanungsprogramm einzugeben um das Gebiet der Trophy einzugrenzen und einen Plan aufzustellen, aber wir sind einfach übermotiviert. Dauernd meldet jemand einen neuen Ort; da die Aufgaben natürlich total unsortiert gestellt sind fehlt der rote Faden. Einige Aufgaben sind zudem zeitgebunden, so müssen wir um 17:30 am Parkplatz Seebuck auf dem Feldberg sein „Die beiden T eammitglieder sollten von robuster Natur sein und keine Probleme mit Stallgeruch haben. Außerdem sind Gummistiefel für beide Pflicht! Bitte auch den leeren, verschließbaren Behälter mitbringen. Die Zusammenbleibpflicht ist am Freitag von 17.00 Uhr bis 19.30 Uhr aufgehoben!“ Man sieht, es wurde nicht langweilig! Irgendwann kamen wir dann los, konnten erste Punkte verdienen und waren auch mit einem Fahrzeug pünktlich am Feldberg. Ich war mit Uta dort, denn sie hatte einschlägige landwirtschaftliche Erfahrungen – was sich als DER Treffer erwies, denn es galt Kühe zu melken. Ehrlich! Richtige Kühe wurden uns auf einem Bauernhof vorgesetzt, aus denen es innerhalb einer Minute die maximale Menge Milch zu zapfen gab. Wir brauchten fast einen zweiten Behälter 😉 Danach mussten wir unser Team wieder finden und weiter ging es durch den südlichen Schwarzwald.

ran an die KuhZu bemerken wäre , dass sich die Aufgaben zwischen dem westlichen Schwarzwaldrand (genauer gesagt: schon Frankreich), etwa Donaueschingen, dem Rhein (Schweizer Grenze) und der Triberger Ecke bewegten. Also ein recht umfangreiches Gebiet, das komplett einfach nicht zu schaffen war – Planung war also angesagt.

gegen 20:00 Uhr

In Bad Säckingen warteten gleich mehrere Aufgaben auf uns. So z.B. diese: „Im Schlosspark von Bad Säckingen wurde anlässlich des 80. Geburtstages von Pfarrer Paul Gräb eine Rosskastanie gepflanzt. Eure Aufgabe ist es nun, einen oder mehrere Passanten (die nicht zu eurem oder einem anderen Team gehören) zu finden, die in Summe 80 Jahre alt sind (Tage und Monate sind für die Berechnung zu vernachlässigen). Wir benötigen für die Auswertung das Foto, das die Passanten vor dem Baum zeigt sowie die Fotos der Lichtbildausweise (Personalausweis, Reisepass, Führerschein etc.) aller Personen.“ Hmmmm … also erstmal in den Schlosspark, den Baum finden und dann entsprechende Passanten überzeugen, dass ihre Mitwirkung an diesem Dokument der Zeitgeschichte absolut unerlässlich ist. Ganz einfach, oder? Naja, wir hatten Glück und trafen eine Gruppe jugendlicher Spaziergänger, denen es regelrecht Spass machte, uns zu helfen. Es fanden sich vier Zwanzigjährige, die wir locker auf‘s Bild bekamen.

Was uns nicht gelang, war das Denkmal des Katers Hiddigeigei zu finden. Die Zeit lief und wir auch, nämlich kreuz und quer durch Bad Säckingen. Ein gefordertes Bild des Trompeterdenkmals mit einem zum Kater geschminkten Teammitglied brachten wir ja noch hin, Gerhard hatte nichts gegen ein dezentes MakeUp mit Edding-Stift einzuwenden, aber es wurde immer später. Das Team war sich über die Strategie auch nicht ganz einig, aber schließlich mussten wir zurück. Logisch, dass zu allem Überfluss auf dem Rückweg eine riesige Umleitung für eine weitere Verzöge- rung sorgte.

23:10 Uhr

OK, ein bisschen spät ist es geworden – aber warum war die erste Aufgabe des Nachtfragebogens bis 22:45 Uhr begrenzt? Jedenfalls zu spät für uns, reichlich Punkte versäumt. Egal, wir stärken uns kurz an den Schnittchen und der Gulaschsuppe und nehmen die Nachtaufgaben in Angriff.

Irgendwie dachte ich, es würde Probleme mit der Müdigkeit geben. Wir waren ja vorbereitet, hatten alle möglichen coffeinhaltigen Leckereien dabei, aber die Nacht ging wirklich rum wie nix. Es war richtig lustig. Da war die Aufgabe am Kandel: „In der Nähe des Kandels bewohnt ein Paar einen weißen Flachdachbau.Wie heißen die beiden?“ So gegen 1 Uhr waren wir fast oben und legten grade einen kurzen Pinkel-Stopp ein, wobei so etwas im Stockdunklen unter Verwendung von Taschenlampen schon zu bizarren Lichtspielen führen kann. Nach einem fälligen Kontrollanruf hinauf auf den Gipfel und das menschenleere Areal mit Taschenlampen ausgeleuchtet. Tatsächlich! Da im Dunkeln ein weisser Container, eine öffentliche Toilette. Zweifellos das Zielobjekt – aber die Bewohner??? Wir nehmen das Gebäude von allen Seiten unter die Lupe, nix, kein Schild oder Hinweis. Etwas frustriert, schon fast im Gehen, sagt einer „gehen die Türen eigentlich auf?“ Tatsächlich! Wie ein Sesam-öffne-dich findet sich an der Innenseite der Türen die Lösung: Anton und Anna!

Samstag, 17. Juni – Freiburg

02:30 Uhr

So spät in einer lauen Sommernacht mitten in Freiburg, umgeben von vereinzelten nicht mehr ganz nüchternen Nachtschwärmern – das hat was! Eine Brücke ist nach einem Bild zu finden, auf dem nur das Geländer und die Spitze des Münsters zu sehen sind. Wie kriegen wir das raus? Nun ja, Uta quatscht Passanten an und einer kennt das Ding, super! Wir fahren hin und müssen die Länge des Handlaufs messen. Sind ja nur 138 Meter ….

Diese Nachtaufgaben haben etwas Besonderes. Da es schön warm ist, können wir offen fahren. Das brauchen wir auch, denn mitten in der Landschaft im Stockdunklen ein Pumpspeicherwerk zu finden ist nicht ganz einfach. Jedenfalls haben wir das Gefühl, dass es ganz gut für uns läuft. Wir bewältigen einen guten Teil der Aufgaben und sind pünktlich zurück im Hotel.

04:30 Uhr

Abgabe des Nachtfragebogens, nicht alle schaffen es zur vorgeschriebenen Zeit. Wir sind richtig aufgekratzt, nehmen noch Schnittchen und haben einen immensen Durst auf ein Bier. Ob wir sowas um diese Zeit hier kriegen? Kein Problem, das Hotel hat extra für uns einen 24 Stunden Service eingerichtet! Nach einer kurzen Planung des nächsten (eigentlich mehr dieses) Tages gehen wir doch besser kurz duschen und ins Bett.

Samstag, 17. Juni – Hotel Sternen

11:15 Uhr

Es geht wieder los! Nach einer Guten-Morgen-Aufgabe, die staatsbürgerliches Wissen erforderte und von Matthias bravourös gelöst wurde und einer Chinesenrallye, die Gerhard mit mir ganz gut meisterte, sind wir wieder auf der Suche nach lösbaren Aufgaben. Es sollte allerdings nicht unser Tag werden. Obwohl „Ärztekongress im Südschwarzwald! Als Dozent Teilnahmepflicht für Dr. Brinkmann! Sonderbus-Abfahrt amSamstag in Schlechtbach-Eckhag um 12.57 Uhr.“ sich gar nicht so schwierig anhörte und 50 Punkte locker einzukassieren waren. Wir diskutierten erst noch etwas, ob vor diesem Termin noch eine andere Aufgabe zu lösen wäre, fuhren dann mit gutem Zeitpolster los und gerieten wieder in die Monster-Baustelle vom Vortag. OK, ich hätte auf dem Navi sehen können, dass wir immer weiter vom Kurs abkamen. Ja, die Ausschilderung der Umleitung war wirklich irreführend. Jedenfalls lief uns plötzlich die Zeit davon. Wir fanden auf der Karte eine Alternativroute und sausten los. Um 12:57 standen wir – allerdings noch ein paar Kilometer von der Bushaltestelle entfernt. Irgendwie hatte ich in diesem Moment das Gefühl, der Rest des Teams mochte mich nicht wirklich.

13:24 Uhr

Durch Torstens Liste der mitzubringenden Objekte waren wir ja vorgewarnt. Und diese Aufgabe war unser Meisterstück: „Dr. Brinkmann hat für seinen Sohn in St. Blasien-Menzenschwand-Vorderdorf eine Zweigstelle der Schwarzwaldklinik eröffnet, die den selben Namen trägt. Das gesamte Klinikteam erwartet zur Eröffnung die ersten Kassenpatienten, die per Linienbus eintreffen. Postiert das Klinikteam vor dem Haupteingang des Krankenhauses und zeigt den eintreffenden Patienten und der einheimischen Bevölkerung, wie gut ihr auf alle erdenklichen Notfälle eingerichtet seid. Werft euch in entsprechende Klamotten, präsentiert euer möglichst zahl- und variantenreiches Spezial-Equipment, sucht euch Patienten und haltet den ergreifenden Augenblick mit zwei Fotos fest.“ Wir gaben alles! Wir hatten eine umfangreiche Ausrüstung dabei, die einer ländlichen Klinik alle Ehre gemacht hätte. Wir machten aus Gerhard einen echten Notfall-Patienten. Wir verursachten fast einen Verkehrsunfall, da sich vorbei- fahrende Passanten magisch von unserer Performance angezogen fühlten. Wir bekamen nur leider keine Punkte, da wir an gewissen Formalitäten – wie z.B. den fehlenden blonden Haaren von Sascha Hehn – scheiterten. Schade! Immerhin brachten wir es so zum Ehrentitel „Sieger der Herzen“!

wir geben alles!

16:00 Uhr

Immerhin, wir sind pünktlich! Schon bei Abgabe des Bogens dämmert uns, dass uns wohl ein paar Punkte zum angestrebten Spitzenplatz fehlen. Mal sehen …

Zum Abschluss steht noch eine Geschicklichkeitsaufgabe an: In einem Landrover einen Parcours abfahren, an einem Ende durch den Beifahrer einen Ball aufnehmen und am anderen Ende wieder ablegen. Ach ja, der Fahrer fährt mit verbundenen Augen nach Anweisungen! Eine lustige Sache, bei der manche Beifahrer mangelnde Präzision durch artistische Leistungen bei der Ballaufnahme ausgleichen.

Dann ist die Trophy für uns gelaufen.

Nicht so für das Orga-Team. Die müssen bis spät in die Nacht die Ergebnisse auswerten.

Sonntag, 18. Juni – Hotel Sternen

10:00 Uhr

Es wird spannend! Die Teams erwarten aufgeregt die Ergebnisse. Torsten hat alle Aufgaben in einer Präsentation zusammengefasst, Aufgabe für Aufgabe werden die Punkte verteilt. Schon bald erkennen wir, dass wir viel zu wenige Aufgaben lösen konnten. Die Bembel Gäng fällt immer weiter zurück und nistet sich auf dem letzen Platz ein. Wir sind schon etwas deprimiert. Wir haben doch alles gegeben! Zum Schluss werden noch die Strafpunkte für Zeitüberschreitungen und versäumte Kontrollanrufe vergeben – und plötzlich rutschen wir einen Platz nach oben, sind nicht mehr Letzter! Jubel bricht aus, damit können wir leben! Wir nehmen stolz unsere Medaillen entgegen.

Der weitere Tag wird zur Erholung genutzt, der Stress fordert langsam seinen Tribut. Man merkt die Trophy in den Knochen, ist dankbar für den Komfort und den Service des Hotels.

Zeit für ein Resümee: die Orga hat einen super Job geleistet – so etwas auf die Beine zu stellen ist schon großartig. Wir hatten riesigen Spass, haben die Teilnahme zu keinem Moment bereut und sind nächstes Jahr mit Sicherheit wieder dabei, wenn es heisst:

The Bembel Gäng strikes back !

unser erster SLK

Unsere SLK-Story

Die Sache mit dem Cabrio muss bei mir schon in der Erbmasse vorhanden gewesen sein – Anfang der 60er kaufte mein Vater einen gebrauchten VW Käfer, der den Genuss des offen- Fahrens in die Familie brachte. Neben dem Genuss hatte meine Mutter viel Arbeit, denn sie versuchte immer, mit ihren Näh-Künsten das Dach dicht zu halten.

Eine echte Sisyphus Arbeit!

Zu Autos hatte ich schon immer ein besonderes Verhältnis, sie waren für mich immer mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Schick sollten sie sein, individuell und wenn möglich nicht grade lahm. Mein erstes Exemplar war ein Austin Mini, in den ich mein ganzes erstes selbstverdientes Geld steckte. Geschraubt wurde natürlich auch, teils aus Freude, teils aus der Notwendigkeit – denn so ein paar Macken hatte der Kleine immer. Irgendwann trennten sich unsere Wege und danach kamen u.a. aus der Ford Familie ein XR3 und zwei XR4. Schließlich setzten sich doch die Gene durch: ein weißes XR3 Cabrio Sondermodell mit weißem Verdeck und weißen Ledersitzen stand vor unserer Tür. Es wurde wieder offen gefahren! Bildschön war’s, wenn man auch die Erfahrung machen musste, dass ein durchgeschwitztes grünes Seidenhemd auf weißem Leder einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Nach etwas mehr als zwei Jahren beendete aber ein (unverschuldeter)Totalschaden abrupt unsere innige Beziehung.

Der Drang zur Frischluft blieb und so kam das Hobby Motorradfahren auf. Das und ein Ford Cougar V6 haben uns die letzten Jahre begleitet und wer weiß, wie es weitergegangen wäre, wenn DC nicht letztes Jahr den R171 auf den Markt gebracht hätte.
DER hatte es uns angetan!

Schnell kamen die Erinnerungen an wunderschöne Cabrio-Touren wieder auf und wir waren mehr als neugierig. Schließlich wurde im Juli 2004 ein Tag für eine ausgiebige Probefahrt vereinbart und da stand er dann: ein schwarzer 200K, bei dem uns sofort das Herz höher schlug. Eigentlich war da schon alles zu spät, nach wenigen Kilometern wussten wir: das wird unser neues Auto! Nach meinen V6 Erfahrungen sollte es eigentlich wieder ein Sechszylinder werden, aber der Sprung zum 350er war uns zu heftig und der 200er war für unseren Geschmack ausreichend. Den 350er haben wir übrigens vorsichtshalber nie Probe gefahren.

Nun wurde geplant, mehrere Ausstattungsvarianten durchgerechnet, im Internet geforscht und so stießen wir auch auf mbSLK.de, was sich für die weitere Planung als unschätzbare Wissensquelle erwies. Längere Diskussionen hatten wir nur über Farbe und Felgen, aber auch da war ich mir mit meiner Frau bald einig. Obsidianschwarz mit tobaccobraunen Nappa-Ledersitzen sollte er werden!

Im Januar wurde bestellt.

Auslieferung sollte in Bremen im Kundencenter sein und zwar am 1. April, denn den Wagen hatten wir uns als Geschenk zum Hochzeitstag gedacht. Mitte März wurde der Termin auch bestätigt und nun begann unsere Leidenszeit. Irgendwie zogen sich plötzlich die Tage, alles andere stand im Hintergrund und wir müssen unseren Freunden ziemlich auf den Geist gegangen sein. Sogar zum Motorradfahren fehlte plötzlich die Lust.

Dann war er aber endlich da, der besagte Tag, und wir saßen im ICE nach Bremen. Die Sonne schien und mit jeder Minute kamen wir unserem SLK näher.
Im Kundencenter erreichte meine Aufregung ihren Höhepunkt, irgendwie war ich kurz vor dem Herzinfarkt und beim Check-In konnte ich der netten Dame zwar die Kennzeichen und den Torpass über den Tresen schieben, vernünftige Sätze hab ich aber wohl kaum noch zustande gebracht. Naja, sie wusste eh, was ich wollte.

Die letzten Minuten Wartezeit werden einem dort wirklich leicht gemacht, leider hab ich die Snacks stehen lassen müssen, denn der Hals war mir wie zugeschnürt.

Dann rollte er in die Halle.
Schön war er – einfach nur schön!

Bei der Übergabe musste mir der freundliche Herr nicht mehr viel erklären (wozu hat man Internet), das hat er auch schnell gemerkt und uns mit unserem kleinen Schwarzen in die Freiheit entlassen. Erst musste er noch auf den Kundenparkplatz, denn die Besichtigung der SLK-Fertigung wollten wir uns nicht entgehen lassen. Man kriegt eine ganz andere Beziehung zum Auto, wenn man die verschiedenen Stadien der „Geburt“ so mitverfolgen kann.

Schließlich war es soweit: Dach auf und ab in Richtung Heimat! Endlich konnten wir in der Praxis nachvollziehen, wie viel Spaß so ein Roadster doch machen kann.

Was können wir nach einer knappen Woche SLK schon sagen? Das Auto ist Spaß pur, daneben toll verarbeitet, bietet viele sinnvolle Details und wird trotz des Fun-Faktors der (bei uns vorgesehenen) Rolle als Alltagsauto gerecht. An den georderten Extras gefällt uns am besten die Parktronic, der Airscarf, die Memory-Funktion, Bi-Xenon und natürlich die optischen Gimmicks (10-Speichen Alufelgen, Mischbereifung). Etwas störend finde ich die Geschichte mit den weißen Streifen auf der Innenverkleidung, die ist doch etwas anfällig. Beim Radio bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht doch in das Command APS hätte investieren sollen – das Audio 20 ist zwar nicht schlecht, aber ….

Ansonsten liegt es nahe, diesen Bericht mit einem Zitat von Humphrey Bogart zu schließen: Casablanca, letzte Szene:
„Das könnte der Beginn einer langen Freundschaft sein“